Glück im alten Ägypten

GLÜCK IM ALTEN ÄGYPTEN

Freitag – ORF II, Universum History: Die Dokumentation „Ägypten – Weltreich am Nil“ hat mich an meine Diplomarbeit erinnert. Ich habe dabei über Glücksvorstellungen in Hochkulturen geschrieben und die heutige Auslegung über „Glück im alten Ägypten“ hat mich sehr beeindruckt. Hier findest Du die Zusammenfassung:

Das Buch „vom guten Leben“ bietet einen Überblick der dritten wissenschaftlichen Tagung des Instituts für Glücksforschung, die 1994 stattgefunden hat. Das Thema war „Glücksvorstellungen in Hochkulturen“. Darin beschreibt Jan Assmann in seinem Vortrag „Glück und Weisheit im Alten Ägypten“ das Glücksverständnis der alten Ägypter.

Bellebaum, vom guten Leben

Jan Assmann ist deutscher Ägyptologe, Religionswissenschaftler und Kulturwissenschaftler. Er lehrte Ägyptologie an der Universität von Heidelberg und erhielt 2018 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

Jan Assmann erklärt, dass es das Wort „Glück“ in der antiken ägyptischen Sprache nicht gab. Um herauszufinden, was dem Ägypter für sein Wohlergehen wichtig war, betrachtet er das Thema aus zwei verschiedenen Perspektiven: Zum einen von dem subjektiven Zustand des Glücksempfindens und zum anderen von den Wünschen, die an die Götter und die Zukunft gerichtet waren.

Das Glück und das Fest

Glück ist weniger ein Zustand als vielmehr eine Empfindung. Es gibt keine dauerhaften Empfindungen, deshalb ist das Glück mit einem Fest vergleichbar. Die alten Ägypter glaubten, dass ihre Götter dauerhaft glücklich, in einem ständigen Fest lebten. Im irdischen Dasein galt es die Aufmerksamkeit auf die Festzeiten des Lebens zu richten. Dies konnte nur derjenige spüren, der sich mit allen Sinnen auf die Vergänglichkeit des irdischen Daseins einließ.

Aufmerksam zu sein und die flüchtigen Augenblicke einzufangen gelang durch Weisheit.

Weisheit verhalf den richtigen Weg im Leben zu gehen, der zu Wohlbefinden, Wohlergehen, richtigem Handeln und einem guten Leben führte.

Der Horizont der Wünsche

In diesem Abschnitt hat Jan Assmann die Wünsche der alten Ägypter analysiert und daraus das damalige Glücksverständnis abgeleitet:

Wichtig waren vor allem gute Beziehungen zu den anderen und Gesundheit.

Es gab kein Glück ohne den anderen. Der Ägypter verstand sich als Teil des Ganzen, wofür er verantwortlich war. Der König, in späteren Jahren die Gottheit, war für die Gemeinschaft verantwortlich.

Werte wie Bescheidenheit, Höflichkeit, Gehorsam, Aufmerksamkeit, Geduld und Verständnis stärkten das Zusammenleben und ermöglichten ein harmonisches Miteinander.

Das wichtigste Bestreben bestand darin das irdische Glück nach dem Tod im Grab fortzusetzen. Dieses Glück wurde nur dem zuteil, der Angehörige mit „Herzensbindung“ besaß. Diese Grundhaltung war im alten Reich eine Frage der Weisheit und Gerechtigkeit. Im Mittleren Reich (der König ist verantwortlich für das Ganze) war es Loyalität und Königsgunst und im Neuen Reich (die Götter sind verantwortlich für das Ganze) Frömmigkeit und Segen.

Ptahhotep

Vieles hat sich in den Jahrtausenden der ägyptischen Hochkultur verändert, doch zusammenfassend war es in der damaligen Zeit wichtig, sich in die Ordnung des Zusammenlebens zu integrieren und den anderen das Zusammenleben mit sich zu ermöglichen.

Gelassenheit, Vertrauen und Zuversicht waren die Grundlagen.

Autarkie galt als Inbegriff des Bösen. Das höchste Glück bestand darin, das irdische Glück, wie Gesundheit, Erfolg, und Reichtum ins Jenseits mitzunehmen. Dies war nur demjenigen möglich, der nach den Werten der damaligen Gesellschaft sein Leben gestaltete.

König Amenemope

Manche Bedingungen für ein glückliches Leben erkennst Du im Lebensrad wieder. Den Beitrag dazu findest Du hier->

Kannst Du aus dieser Zeit für Dich etwas mitnehmen? Dann schreibe es doch bitte als Kommentar! 🙂

Claudia Hernandez Mentaltrainerin
dipl. Mentaltrainerin

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